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Freie Deutsche Jugend
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Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ist ein kommunistischer Jugendverband.
In der DDR war sie eine staatlich anerkannte und gefÜrderte Jugendorganisation, eine De-facto-Jugendorganisation der SED. Sie war als Massenorganisation Teil eines parallelen Erziehungssystems zur Schule. Die FDJ ist Mitglied im Weltbund der Demokratischen Jugend und im Internationalen Studentenbund. Nach dem Ende der DDR versank sie in der politischen Bedeutungslosigkeit. Die FDJ in Westdeutschland ist seit 1954 als verfassungswidrige Organisation verboten, während die FDJ heute legal operieren kann.
Contents
⢠Vorgeschichte
⢠Symbolik
⢠Freizeitangebot
⢠Auszeichnungen
⢠Vorsitzende
⢠Orden
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Vorgeschichte
Erste Gruppen der FDJ entstanden schon vor dem Zweiten Weltkrieg im Exil im Juni 1936 in Paris und am 8. Mai 1938 in Prag. Die Arbeit der FDJ in der Tschechoslowakei und in Frankreich kam mit der deutschen Besetzung zum Erliegen, da ihre Mitglieder fliehen mussten (â 1938 â MĂźnchner Abkommen, â 1940 â deutsche Besetzung Frankreichs). DafĂźr entstanden ab April 1939 in GroĂbritannien FDJ-Gruppen. Nur dort gelang es, landesweit unter den Emigranten tätig zu werden. In Schottland und anderen Regionen entstanden Gruppen,cite-ref-1[1] deren Hauptaufgabe die UnterstĂźtzung der meist sehr jungen jĂźdischen Emigranten darstellte. Etwa zehn Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die mit Kindertransporten nach GroĂbritannien ausreisen konnten, traten später dort der FDJ bei. In 23 Städten grĂźndeten sich Gruppen der FDJ mit insgesamt etwa 600 Mitgliedern.cite-ref-2[2] Die FDJ gab eine Organisationszeitung Freie Deutsche Jugend heraus.cite-ref-3[3] Ab April 1943 rief die FDJ in GroĂbritannien ihre Mitglieder dazu auf, in die britische Armee einzutreten. Etwa 150 Mitglieder folgten diesem Aufruf. Ebenfalls 1943 trat die FDJ als Organisation der am 25. September in London gegrĂźndeten âFreien Deutschen Bewegungâ bei. Am GrĂźndungskongress des Weltbundes der Demokratischen Jugend im Oktober 1945 nahm die FDJ mit einer achtkĂśpfigen Delegation teil und erhielt im Weltbund einen Beobachterposten.
In GroĂbritannien stellte die FDJ im Sommer 1946 ihre Tätigkeit ein, da viele ihrer Mitglieder inzwischen nach Deutschland zurĂźckkehrt waren.cite-ref-4[4]
Vorsitzende in dieser Zeit waren:
⢠Adolf Buchholz (8. Mai 1938âMärz 1942, in Prag/London)
⢠Horst Brasch (12. April 1942âEnde 1945) in London bis zu seiner RĂźckkehr nach Deutschland
⢠Albert Kleeberg (Ende 1945âSommer 1946)
Die FDJ in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR
Die FĂźhrung der KPD in Moskau hatte schon vor der WiedergrĂźndung der Partei in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Pläne fĂźr ihre Nachkriegsjugendpolitik entwickelt: Sie wollte nicht wieder einen kommunistischen Jugendverband schaffen, sondern eine âbreite antiimperialistische demokratischeâ Jugendorganisation unter der Bezeichnung âFreie Deutsche Jugendâ. Im Sommer 1945 gab dann die Sowjetische Militäradministration in Berlin die Errichtung von JugendausschĂźssen bekannt, bei denen die FĂźhrung antifaschistischen Jugendlichen Ăźbertragen wurde, die lernen sollten, mit eigener Kraft die Aufgaben zu lĂśsen. Am 1. September 1945 trafen sich KPD- und SPD-Vertreter, um einen Ausschuss zur Schaffung des Jugendausschusses fĂźr die gesamte sowjetische Besatzungszone zu errichten. Aus den Antifaschistischen JugendausschĂźssen sollte eine âfreiheitliche deutsche Jugendbewegungâ erwachsen. Obwohl die SPD auch an der Errichtung einer eigenen Jugendorganisation arbeitete, verständigten sich ihre Vertreter auf der GrĂźndungssitzung des Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses (âAntifa-Jugendâ) mit den Kommunisten auf eine paritätische Besetzung. Erich Honecker sollte das Gremium leiten. Honecker gewann auch ein aus der katholischen Jugend kommendes Mitglied fĂźr den Ausschuss. Nachdem die KPD bei der Bildung der antifaschistischen Einheitsfront in der sowjetischen Besatzungszone die FĂźhrungsrolle Ăźbernehmen konnte, holte sie sich im Februar 1946 in Moskau die politische Zustimmung zur GrĂźndung der âFreien Deutschen Jugendâ und erhielt von den inzwischen schon nicht mehr frei handlungsfähigen Sozialdemokraten Otto Grotewohl, Max Fechner und Fritz Schreiber (1905â1994) eine prinzipielle Zustimmung.
Das Sekretariat des Zentralkomitees der KPD legte die Grßndung auf den 24. Februar 1946 fest, stieà aber auf heftigen Widerstand der an den Vorentscheidungen nicht beteiligten Kirchen, die ihr Recht auf eigene kirchliche Jugendarbeit gefährdet sahen. Nachdem dieses Recht zugesagt worden war, erfuhr Wilhelm Pieck am 6. März von der Genehmigung der FDJ-Grßndung durch die SMAD, die am folgenden Tag Üffentlich bekannt gemacht wurde. Name und Emblem der Exilgruppen wurden bei der Grßndung ßbernommen, letzteres dabei leicht verändert. Allerdings verstand sich die neu gegrßndete FDJ nicht als Rechtsnachfolger der Exilgruppen. Der 7. März wurde als offizieller Grßndungstag der FDJ begangen.
Der Schriftsteller Erich Loest sah eine deutliche Tradition zwischen der FDJ und der Hitlerjugend.cite-ref-5[5]
Symbolik
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Hauptartikel
:
Blauhemd (FDJ)
Zielsetzung der ersten Jahre
Die im Mitgliedsbuch formulierten Ziele der FDJ in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands bis 1949 waren:
⢠die Erhaltung der Einheit Deutschlands,
⢠die Gewinnung der deutschen Jugend fĂźr die groĂen Ideale der Freiheit, des Humanismus, einer kämpferischen Demokratie, des VĂślkerfriedens und der VĂślkerfreundschaft,
⢠die aktive Teilnahme aller Jugendlichen beim Wiederaufbau des Vaterlandes,
⢠die Schaffung eines neuen Deutschlands, das der Jugend das Mitbestimmungsrecht durch aktive Teilnahme an der Verwaltung des Üffentlichen Lebens einräumt, und allen Jugendlichen ohne Unterschied ihrer Herkunft, des VermÜgens und des Glaubens eine gute Berufsausbildung, Zutritt zu allen Bildungs- und Kulturstätten, gleiche Entlohnung fßr gleiche Arbeit, ausreichenden Urlaub und Erholung sichert,
⢠die FÜrderung von jugendlichem ZusammengehÜrigkeitsgefßhl durch die Entwicklung aller Interessengebiete des Lebens; die Bildung von Arbeits- und Interessengemeinschaften sozialer, kultureller und sportlicher Art sowie FÜrderung des Jugendwanderns.
Weltanschauliche Ausrichtung
Die Organisation hatte die Aufgabe, die Jugend in den Marxismus-Leninismus einzufĂźhren und zu âklassenbewussten Sozialistenâ zu erziehen, welche die âentwickelte sozialistische Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republikâ mitgestalten. Sie verstand sich offiziell als Kampfreserve der SED, da die Partei keine eigene Jugendorganisation hatte, und entfaltete demgemäà ihre Aktivitäten. Die âVertiefung der Freundschaftâ zur Sowjetunion und die UnterstĂźtzung âaller VĂślker der Weltâ im Kampf gegen das âimperialistische Systemâ hatte sich die FDJ als internationale Ziele gesetzt. So waren âFDJ-Brigadenâ am Bau der Erdgasleitung âDruschbaâ (Druschba-Trasse) und der Eisenbahnstrecke Baikal-Amur-Magistrale (BAM) in der Sowjetunion beteiligt oder arbeiteten als Entwicklungshelfer z. B. im sandinistischen Nicaragua oder zeitweise in Mosambik und Angola. Eine zentrale Rolle kam der FDJ bei der ZurĂźckdrängung kirchlicher Jugendorganisationen zu. Kirchliche Vertreter beklagten bereits 1946, dass âdie Freie Deutsche Jugend in weiten Kreisen trotz aller betonten Freiwilligkeit [...] eine Zwangsjugend beziehungsweise Staatsjugend in neuer Aufmachungâcite-ref-6[6] sei. In den 1950er Jahren wurden FDJ-Mitglieder gezielt gegen die kirchliche Jugendarbeit mobilisiert.cite-ref-7[7]
Freizeitangebot
Neben der ideologischen Zielsetzung war die Organisation der Freizeitbetreuung ihrer Mitglieder eine wesentliche Aufgabe des Jugendverbandes. Er organisierte die offiziĂśse Jugendkultur in der DDR. Dazu gehĂśrten Freizeitangebote und Jugendklubs, Urlaubsreisen fĂźr junge Leute Ăźber ihre Reiseagentur Jugendtourist und zahlreiche Jugendhotels. Ăber Jugendtourist organisierte Auslandsreisen ins westliche Ausland waren fĂźr ânormale Mitgliederâ jedoch in der Regel nicht erreichbar.
Der FDJ oblag die Leitung der Pionierorganisation âErnst Thälmannâ. In jeder grĂśĂeren Stadt gab es ein Pionierhaus, in dem vielfältige Arbeitsgemeinschaften angeboten wurden. DarĂźber hinaus gab es Pionierferienlager, Expertenlager und Stationen Junger Naturforscher und Techniker. Zentrales Pionierlager war die Pionierrepublik Wilhelm Pieck am Werbellinsee bei Berlin; dorthin wurden aber nur von der Organisation ausgezeichnete Pioniere delegiert.
Organisationsstruktur
Prinzip des demokratischen Zentralismus
Die FDJ war, wie alle Parteien und Massenorganisationen der DDR und auch die DDR selbst, nach dem Prinzip des âdemokratischen Zentralismusâ organisiert. Sie hatte in aufsteigender Reihenfolge die folgenden Organisationseinheiten: Gruppe (Schulklasse/Seminargruppe, Jugendbrigade), Abteilungs-FDJ-Organisation (AFO in GroĂbetrieben/Einheiten der NVA), Grundorganisation (Schule/Universität/Betrieb), Kreisleitung (Kreis im verwaltungstechnischen Sinne oder GroĂeinheit, z. B. Kreisleitung der FDJ im MfS, in der NVA, im VEB Bandstahlkombinat âHermann Maternâ und anderen Kombinaten), Bezirksleitung (Bezirk als zweitgrĂśĂte Verwaltungseinheit der DDR). Oberste Verwaltungsebene bildete der Zentralrat der FDJ mit dem Ersten Sekretär an der Spitze.
Mitgliedschaft
Die Jugendlichen wurden auf entsprechenden Antrag ab dem Alter von 14 Jahren in die FDJ aufgenommen. Die Mitgliedschaft war laut Statut freiwillig, doch hatten Nichtmitglieder erhebliche Nachteile bei der Zulassung zu weiterfßhrenden Schulen sowie bei der Studien- und Berufswahl zu befßrchten und waren zudem starkem Druck durch linientreue Lehrkräfte ausgesetzt, der Organisation beizutreten. So traten ihr bereits bis Ende 1949 rund eine Million Jugendliche bei, was fast einem Drittel der Jugendlichen entsprach. Lediglich in Berlin, wo auf Grund des Vier-Mächte-Status auch andere Jugendorganisationen zugelassen waren, beschränkte sich der Anteil der FDJ-Mitglieder an der Jugend 1949 auf knappe 5 Prozent.cite-ref-8[8] 1985 hatte die Organisation etwa 2,3 Millionen Mitglieder, entsprechend etwa 80 Prozent aller DDR-Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren.
Die meisten Jugendlichen beendeten ihre FDJ-Mitgliedschaft nach dem Abschluss von Lehre oder Studium stillschweigend mit dem Eintritt ins Erwerbsleben. Allerdings wurde während der Zeit des Wehrdienstes in der NVA von den Verantwortlichen (Politoffizier, FDJ-Sekretär) Wert darauf gelegt, dass man die FDJ-Mitgliedschaft wieder aufleben lieĂ. Der Organisationsgrad war in städtischen Gebieten wesentlich hĂśher als im ländlichen Raum.
Die FDJ-Kleidung war das blaue FDJ-Hemd (âBlauhemdâ) â fĂźr Mädchen die blaue FDJ-Bluse â mit dem FDJ-Emblem der aufgehenden Sonne auf dem linken Ărmel. Der GruĂ der FDJler war âFreundschaftâ. Der einkommensabhängige Mitgliedsbeitrag betrug bis Ende der DDR zwischen 0,30 Mark bis 5,00 Mark im Monat.
FDJ-Aktive
Diejenigen FDJ-Mitglieder, von denen es hieĂ, dass sie der sozialistischen Ideale besonders bewusst seien, wurden in Schulen, Betrieben und Hochschulen in sogenannten âFDJ-Aktivenâ zusammengefasst.cite-ref-9[9] An ein FDJ-Aktiv wurden âhĂśhere Anforderungen und Erwartungen bei der Ausprägung, der Stabilität und Dauerhaftigkeit seiner sozialistischen Denk- und Verhaltensweisen gestelltâ.cite-ref-10[10]
Zentralrat der FDJ
Das hÜchste Organ der FDJ war das Parlament der FDJ, die Delegiertenversammlung, die alle vier Jahre stattfand. Vom Parlament wurde der Zentralrat der FDJ gewählt, der die Arbeit zwischen den Tagungen des Parlaments leitete. Das Gebäude des Zentralrats befand sich in Ost-Berlin Unter den Linden (jetzt Sitz des Hauptstadtstudios des ZDF). Er bestand aus etwa 120 bis 130 Mitgliedern. Das eigentliche Exekutivorgan war das wiederum vom Zentralrat gewählte Sekretariat, das aus 13 Sekretären bestand und vom Ersten Sekretär geleitet wurde. Der Vorsitzende der Pionierorganisation war zugleich einer der Sekretäre im FDJ-Zentralrat.
Erste Sekretäre des Zentralrates der FDJ waren u. a. Erich Honecker, Gßnther Jahn und Egon Krenz. Zum Zeitpunkt der Wende amtierender 1. Sekretär war Eberhard Aurich. Zahlreiche spätere SED-Funktionäre wie z. B. Paul Verner, Erich Honecker, Egon Krenz, Wolfgang Herger, Joachim Herrmann, Hans Modrow und Wolfgang Berghofer begannen ihre Karriere in der FDJ. Im Apparat des Zentralrates waren etwa 400 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt.
Parlamente der FDJ
⢠I. Parlament (8. bis 10. Juni 1946) in Brandenburg (Havel)
Teilnehmer: 633 Delegierte, 400 Gäste
⢠II. Parlament (23. bis 26. Mai 1947) in MeiĂen
Teilnehmer: 841 Delegierte
⢠III. Parlament (1. bis 5. Juni 1949) in Leipzig
Teilnehmer: 1977 Delegierte
⢠IV. Parlament (27. bis 30. Mai 1952) in Leipzig
Teilnehmer: 2539 Delegierte
⢠V. Parlament (25. bis 27. Mai 1955) in Erfurt
Teilnehmer: 1388 Delegierte, 659 Gäste
⢠VI. Parlament (12. bis 15. Mai 1959) in Rostock
Teilnehmer: 1833 Delegierte
⢠VII. Parlament (28. Mai bis 1. Juni 1963) in Berlin
Teilnehmer: 2004 Delegierte
⢠VIII. Parlament (10. bis 13. Mai 1967) in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz
Teilnehmer: 2436 Delegierte, 311 Gäste
⢠IX. Parlament (25. bis 29. Mai 1971) in Berlin
Teilnehmer: 2330 Delegierte, 401 Gäste
⢠X. Parlament (1. bis 5. Juni 1976) in Berlin
Teilnehmer: 3056 Delegierte, 470 Gäste
⢠XI. Parlament (2. bis 5. Juni 1981) in Berlin
⢠XII. Parlament (21. bis 24. Mai 1985) in Berlin
Bildungsarbeit und Medien
Die hĂśchste Bildungsstätte der FDJ war die Jugendhochschule âWilhelm Pieckâ am Bogensee bei Bernau.
Das Zentralorgan der FDJ war die Junge Welt, die auflagenstärkste Tageszeitung in der DDR. Fßr Funktionäre der FDJ gab es die Zeitschrift Junge Generation. Daneben erschien von 1947 bis 1983 die Wochenzeitung Forum, die sich an Studenten und junge Hochschulmitarbeiter richtete.
Vom Zentralrat der FDJ wurde auch das Liederbuch Leben â Singen â Kämpfen in insgesamt 18 Auflagen herausgegeben. Die Liedersammlung ist eine Mischung aus bekannten deutschen und internationalen Volksliedern und sozialistisch/kommunistisch geprägtem Liedgut der Arbeiterbewegung. FĂźr die Interessengemeinschaften in der FDJ wurden um 1954 Interessengemeinschaftsbriefe verlegt.cite-ref-11[11]
DarĂźber hinaus hatte die FDJ Einfluss auf das Jugendfernsehen beim Fernsehen der DDR.
Politische GroĂveranstaltungen
Deutschlandtreffen
1950, 1954 und 1964 veranstaltete die FDJ zu Pfingsten in Berlin âDeutschlandtreffen der Jugend fĂźr Frieden und VĂślkerfreundschaftâ. Diese Treffen sollten unter anderem zur deutschen Einheit beitragen und das Pendant auf nationaler Ebene zu den internationalen Weltfestspielen der Jugend und Studenten sein. Am ersten Treffen nahmen 700.000 Jugendliche teil, beim letzten 1964 nur noch 500.000. Auf den Treffen gab es ein umfangreiches kulturelles Programm sowie Vorträge und Diskussionsveranstaltungen. Das durch die FDJ dominierte Jugendradio der DDR DT64 war nach der AbkĂźrzung des letzten Deutschlandtreffens 1964 benannt.
Nach dem ersten Treffen 1950 wurde 10.000 aus der Bundesrepublik Deutschland Ăźberwiegend illegal, mit Hilfe von KPD/SED organisierten Schleusungen in die DDR eingereisten westdeutschen Teilnehmern bei Herrnburg (nahe LĂźbeck) die RĂźckreise in die Bundesrepublik verweigert. Ihnen wurde wegen angeblicher Seuchengefahr eine ärztliche Untersuchung und namentliche Registrierung abverlangt. Die RĂźckkehrer waren dazu nicht bereit und begrĂźndeten das mit der Furcht vor beruflichen Nachteilen. Sie kampierten daraufhin auf der DDR-Seite des GrenzĂźberganges. Nach zwei Tagen wurde ihnen die Einreise von den Bundes- und LandesbehĂśrden ohne die geforderten MaĂnahmen gestattet.
Pfingsttreffen und sonstige GroĂtreffen
Weiterhin gab es Fackelzßge, Freundschaftstreffen, Sportfeste u. ä.
Die letzte GroĂaktion der FDJ war der Fackelzug in Berlin zum 40. Jahrestag der DDR am Freitag, dem 6. Oktober 1989. Hierzu wurde aus jeder Schule der DDR ein Mitglied der FDJ nach Berlin geschickt. Augenfällig waren beim Umzug der wesentlich grĂśĂere Ăśffentliche Applaus und âGorbi, Gorbi!â-Rufe, den Michail Gorbatschow gegenĂźber dem ZK der SED selbst von fĂźhrenden Mitgliedern der FDJ erhielt.
Kampfauftrag 1961
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Hauptartikel
:
Kampfauftrag der FDJ
Am 18. August 1961 wurde in der DDR unter Berufung auf die angebliche Abwendung eines Krieges durch den Mauerbau vom Zentralrat der FDJ der Kampfauftrag ausgegeben. Enthalten war das Aufgebot âDas Vaterland ruft. SchĂźtzt die sozialistische Republik!â, das als hauptsächliches Ziel die ErhĂśhung der Zahl der Freiwilligen fĂźr die Nationale Volksarmee hatte.cite-ref-15[15]
Forderungen
Die Punkte, die der Kampfauftrag forderte, waren:
1. âVerteidigungsbereitschaftâ der Männer zwischen 18 und 23 Jahren;
2. Erntehilfe, Planerfßllung in der Produktion gewährleisten;
3. Keine âWestsenderâ hĂśren;
4. Die âStĂśrfreimachungâ unterstĂźtzen;
5. Bei der Volkswahl am 17. September 1961 die Kandidaten der Nationalen Front wählencite-ref-16[16]
Folgen
Nachdem der Kampfauftrag in der Jungen Welt verĂśffentlicht worden war, wurden sehr schnell einige Jugendliche, die dem Aufgebot gefolgt waren, in die NVA eingezogen. DafĂźr wurden spezielle FDJ-Regimenter gebildet. Der Kampfauftrag bereitete das Verteidigungsgesetz vor, das am 24. Januar 1962 in die allgemeine Wehrpflicht mĂźndete.
Auszeichnungen
Die FDJ und ihre Gebietsleitungen verliehen zahlreiche Ehrenzeichen.cite-ref-17[17] Auszeichnungen der FDJ waren zum Beispiel das âAbzeichen fĂźr gutes Wissenâ, das im Rahmen des (schulbegleitenden) FDJ-Studienjahres nach einer PrĂźfung zum marxistisch-leninistischen Wissen in den Stufen Gold, Silber und Bronze vergeben wurde sowie als hĂśchste Auszeichnung die Artur-Becker-Medaille (ebenfalls in drei Stufen). Der Kunstpreis der FDJ hieĂ Erich-Weinert-Medaille.
Weitere Auszeichnungen finden sich in der Liste der staatlichen und nichtstaatlichen Auszeichnungen der DDR.
Sonstige Aktivitäten im politischen und wirtschaftlichen Leben der DDR
Zur UnterstĂźtzung der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft in der DDR initiierte die FDJ verschiedene Jugendinitiativen, wie âDorf der Jugendâ, jährlich wiederkehrende Einsätze zur âErntehilfeâ oder längerfristige Jugendprojekte in der âNeulandbewegungâ zur Landgewinnung. Andere Initiativen waren auf sogenannte âJugendobjekteâ in volkswirtschaftlichen Schwerpunkten ausgerichtet, wie fĂźr den Bau der Trasse der Freundschaft.
Die Ordnungsgruppen der FDJ wurden 1961 gegrĂźndet und dienten, mit roten Armbinden kenntlich gemacht, unter anderem bei Jugendveranstaltungen als Ordnerdienst und Hilfspolizei.cite-ref-18[18] GegenĂźber âRowdys, StĂśrern und feindlichen Elementenâ gerade der Jugendkultur sollten sie einschĂźchternd und erziehend wirken. Ende der 1980er Jahre gab es 40.000 Ordnungsgruppen-Mitglieder in der DDR.
In den 1970er Jahren gab es die Poetenbewegung mit den Poetenseminaren im Schweriner Schloss. Daneben existierte die Singebewegung mit Singegruppen in vielen Schulen und Betrieben; der Oktoberklub war darunter die bekannteste Gruppe. Sie trafen sich beim jährlichen Festival des politischen Liedes. Deren tatsächliche Popularität unter den Jugendlichen der DDR war jedoch eher gering.
Die FDJ war auch Träger der Messe der Meister von Morgen, in der junge Bastler und Erfinder ihre Exponate vorstellen konnten. Im Oktober 1958 fand erstmals die Zentrale Messe der Meister von Morgen in Leipzig statt.
Aktion Blitz: von der FDJ von Zeit zu Zeit durchgefĂźhrter, zeitlich begrenzter Masseneinsatz zur Erreichung bestimmter politisch und Ăśkonomisch wichtiger Ziele, z. B. Vermeidung unnĂśtigen Stromverbrauchs, Gewinnung wertvoller Materialreserven.
Einzelaufstellung
⢠Oktoberklub
⢠Rock fĂźr den Frieden (später: âJugend im Palastâ)
⢠FDJ-Studienjahr
⢠Sozialistischer Berufswettbewerb (BWB) an den Betriebsberufsschulen
⢠Messe der Meister von Morgen (MMM)
⢠Weltfestspiele 1951 und 1973 in Berlin
⢠Pfingsttreffen der FDJ
⢠Jugendklub der FDJ
⢠Poetenseminare
⢠Ernteeinsatz
⢠FDJ-Aufgebot (z. B. âDDR 40â zum 40. Jahrestag der DDR)
⢠FDJ-Initiativen/Zentrales Jugendobjekt, so der Städteexpress
⢠âDorf der Jugendâ in Adelsdorf bei GroĂenhain (1945â1950)
⢠âDorf der Jugendâ in Schlieben, Ortsteil Berga (1948)
⢠âTalsperre Sosaâ (1949â1952)
⢠âĂberseehafen Rostockâ (1957â1960)
⢠âFriedländer GroĂe Wieseâ (1958â1962)
⢠âDächer dichtâ
⢠âMax braucht Wasserâ 1948/49 (Bau einer Wasserleitung fĂźr die Wasserversorgung der HochĂśfen der MaxhĂźtte zur Roheisenproduktionen), âMax braucht Schrottâ
⢠âTouristenexpressâ (Tourex) 1963
⢠Kernkraftwerk Nord (Greifswald-Lubmin) 1967â1975
⢠IndustriemäĂige Fleischverarbeitung Eberswalde 1975â1979
⢠Drushba-Trasse (âTrasseâ) (1975â1979) â Teilnahme am Bau der Erdgasleitung von Orenburg zur westlichen Grenze der UdSSR âErdgastrasseâ (1982â1985)
⢠Havelobst ab 1982
⢠âIndustrieroboterâ 1981 als Investitionsjugendobjekt aus dem Staatsplan
⢠âStreckenelektrifizierungâ 1980 (Oberleitungsbau fĂźr die Deutsche Reichsbahn)
⢠âBerlinâ, âAufbau der sozialistischen Hauptstadtâ (z. B. fĂźr den Bau des Berliner Stadtteils Marzahn) im Rahmen des Wohnungsbauprogramms ab 1978
⢠Flughafen Berlin-SchĂśnefeld â Bau der 3,6 km langen und 60 m breiten Landepiste
⢠Jugendbrigaden
⢠Arbeiter-Jugendkongress, z. B. Erfurt (1969)
⢠Treffen Junger Sozialisten, z. B. Berlin (1969)
⢠Signal DDR 20, gemeinsame wehrpolitische und wehrsportliche Massenaktion der FDJ und GST (1969), Abschlussveranstaltung am 26. Mai 1969 in Bad Saarow
⢠Signal DDR 25, gemeinsame wehrpolitische und wehrsportliche Massenaktion der FDJ und GST (1974), abschlieĂender HĂśhepunkt am 3. Juni 1974 in Neubrandenburg
⢠I. Deutsch-Sowjetisches-Jugendfestival, z. B. Dresden (1970)
⢠Verleihung des Ehrentitels âSchiff der Jugendâ fĂźr Schiffe der DSR mit jĂźngerer Besatzung und FDJ-Organisation an Bord, z. B. MS âFalkeâ (1970), die insbesondere hervorragende Ergebnisse im sozialistischen Wettbewerb erzielten. Auch das DDR-Segelschulschiff Wilhelm Pieck der GST, trug diesen Ehrentitel, als die FDJ dessen Reeder war (1951â1952).
Statistische Daten
Quelle: Statistisches Jahrbuch der DDR 1989, Altersgruppe 14â25
⢠Altersstruktur
⢠13â17-Jährige: 40 %
⢠18â21-Jährige: 32 %
⢠22â25-Jährige: 21 %
⢠26 und älter: 7 %
⢠Mitgliederzahlen in Prozent der JugendbevÜlkerung (gerundet)
⢠1947: 16 % (400.000 Mitglieder)
⢠1949: 33 % (1 Million Mitglieder)
⢠1951: 44 %
⢠1961: 49 %
⢠1971: 58 %
⢠1981: 69 %
⢠1986: 74 %
⢠1987: 70 %
⢠1988: 85 %
⢠1989: 88 % (2,3 Millionen Mitglieder)
Als Massenorganisation in der Nationalen Front entsandte die FDJ 37 Abgeordnete in die Volkskammer der DDR, unter ihnen mehrere bekannte Leistungssportler.
âFDJ in Westdeutschlandâ, Verbot als verfassungsfeindliche Vereinigung
Uschi und Max Rubinstein initiierten am 9. Dezember 1945 in DĂźsseldorf einen der ersten Verbände der FDJ in Deutschland â drei Monate vor ihrer GrĂźndung in der damaligen sowjetischen Besatzungszone.
Ein Jahr später war die FDJ auch in den anderen Westzonen etabliert. Das Zentralbßro leiteten in den ersten Jahren der Hamburger Kommunist und Widerstandskämpfer Helmut Heins, später Kurt Julius Goldstein und Josef Angenfort. Die hauptamtlichen Funktionäre gehÜrten durchweg der KPD an, die Mitglieder etwa zur Hälfte. Ihre wichtigsten Ziele beschrieb die FDJ in Ost und West so: Ein neues demokratisches Deutschland aufbauen, ohne Faschismus, ohne Militarismus und ohne Monopole, mit garantierten sozialen Rechten fßr Kinder und Jugendliche.
Die FDJ hatte 1950 in der Bundesrepublik Deutschland ca. 30.000 Mitglieder, vor allem in der Gewerkschaftsjugend.
Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bekämpfte die FDJ die Wiederbewaffnung unter Adenauer. Am 19. September 1950 kam die erste staatliche Reaktion: Die Bundesregierung verfßgte fßr FDJ-, KPD- und VVN-Mitglieder ein Beschäftigungsverbot im Üffentlichen Dienst.
Die FDJ bereitete eine Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung vor. FĂźr eine solche Initiative erhoffte sie sich groĂe Zustimmung aufgrund des weit verbreiteten Antimilitarismus in der westdeutschen Jugend in den ersten Nachkriegsjahren.
Am 24. April 1951 verbot die Bundesregierung durch Beschluss die Volksbefragung als verfassungswidrig:
â1. Die von der SED, dem Gewalthaber der Sowjetzone, betriebene Volksbefragung âgegen Remilitarisierung und fĂźr FriedensschluĂ im Jahre 1951â ist dazu bestimmt, unter Verschleierung der verfassungsfeindlichen Ziele die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik zu untergraben. Die DurchfĂźhrung der Aktion stellt einen Angriff auf die verfassungsmäĂige Ordnung des Bundes dar. 2. Die Vereinigungen, die diese Aktion durchfĂźhren, insbesondere die dazu errichteten AusschĂźsse sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), die Freie Deutsche Jugend (FDJ), der Gesamtdeutsche Arbeitskreis fĂźr Land- und Forstwirtschaft und das Deutsche Arbeiterkomitee richten sich gegen die verfassungsmäĂige Ordnung und sind daher durch Art. 9 Abs. 2 GG kraft Gesetzes verboten. 3. Die Landesregierungen werden gemäà § 5 des Gesetzes Ăźber die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes vom 27. September 1950 (BGBl., S. 682) ersucht, jede Betätigung solcher Vereinigungen fĂźr die Volksbefragung zu unterbinden.âcite-ref-19[19]
Dem Verbot der Volksbefragung folgte am gleichen Tag das Verbot der FDJ in Nordrhein-Westfalen. Am 26. Juni 1951 wurde dann durch Beschluss der Bundesregierung die FDJ in Westdeutschland in der gesamten Bundesrepublik gemäà Art. 9 Abs. 2 GG verboten.cite-ref-20[20]
1952 wurde das FDJ-Mitglied Philipp MĂźller bei der gewaltsamen AuflĂśsung â der Polizeipräsident hatte SchieĂbefehl erteilt â einer verbotenen Demonstration in Essen gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands von einem Polizeibeamten erschossen; der Beamte wurde im späteren Strafverfahren freigesprochen. Der Vorsitzende der (zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig) verbotenen FDJ in Westdeutschland Josef Angenfort (KPD) wurde 1953 wegen Hochverrats angeklagt und zu einer fĂźnfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt.
Mit Urteil vom 16. Juli 1954 stellte das Bundesverwaltungsgericht unanfechtbar fest, dass die FDJ in Westdeutschland verboten ist.cite-ref-21[21] Damit wurde das wegen der Verfassungswidrigkeit der Zielsetzung der FDJ in Westdeutschland gemäà Artikel 9 Abs. 2 des Grundgesetzes in Verbindung mit § 129a StGBcite-ref-22[22] ausgesprochene Verbot rechtskräftig. So fällt seither die Üffentliche Verwendung von Abzeichen der FDJ in Westdeutschland als das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter das Verbot des § 86a Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 86 Abs. 1 Nr. 2 StGBcite-ref-tr-ndlefischer-23-0[23] und kann mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden.
Das Verbot besteht auch nach der Deutschen Einheit weiter, bezieht sich aber nach Auffassung des Innenministeriums ausschlieĂlich auf die eigenständige Organisation FDJ in Westdeutschland. Die Abzeichen der FDJ in Westdeutschland und der FDJ sehen jedoch âgleichâ aus, ein Unterschied besteht nicht.cite-ref-24[24] Die Ăśffentliche Verwendung des FDJ-Emblems ist deshalb geeignet, um den Anfangsverdacht einer Straftat und damit die Verfolgungsberechtigung und die Verfolgungspflicht der StrafverfolgungsbehĂśrden zu begrĂźnden. Ob die Verwendung der Abzeichen unabhängig von der Reichweite des Verbotes im Einzelnen nach § 86a Abs. 2 Satz 2 StGB unter Strafe steht, wird unter Juristen unterschiedlich bewertet.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26] âJedoch ist im Fall satirischer oder verfremdender Verwendung (âOstalgiepartysâ) eine weite Auslegung von [§ 86a] Abs. 3 i.V.m. § 86 Abs. 3 angezeigt; Ăźberdies liegt die Annahme eines vorsatzausschlieĂenden Tatbestandsirrtums nahe.âcite-ref-tr-ndlefischer-23-1[23]
In West-Berlin hieĂ bis 1980 die Jugendorganisation der SEW Freie Deutsche Jugend Westberlins (FDJW).
Entwicklung ab 1989/90
Ende November 1989 wurde auf der 13. Tagung des Zentralrats der FDJ die bisherige, von Eberhard Aurich geleitete FDJ-FĂźhrung abgesetzt.cite-ref-27[27] Auf dem Ende Januar 1990 in der Stahlhalle in Brandenburg an der Havel abgehaltenen Kongress (âXIII. Parlamentâ), der von Kundgebungen der Jugendgruppe des Neuen Forums begleitet wurde, gab sich die FDJ eine neue Satzung, in der sie sich als âlinker Verbandâ definierte, der fĂźr eine eigenständige DDR als âsozialistische Alternative auf deutschem Bodenâ eintrete und nicht länger âHelfer und Kampfreserve der Parteiâ sei. Als Nachfolgerin von Frank TĂźrkowsky wurde Birgit SchrĂśder zur Vorsitzenden gewählt. Die Junge Welt sprach danach von einem âScheitern der Veranstaltungâ, da âdie geballte Anwesenheit ehemaliger hauptamtlicher Funktionäreâ einen âradikalen Bruch mit der alten FDJâ verhindert habe.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29] Bei den Volkskammerwahlen am 18. März 1990 trat die FDJ erfolglos in Form einer Listenvereinigung mit anderen Jugendverbänden als Alternative Jugendliste an.
Nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR sank von November 1989 bis November 1990 die Mitgliederzahl von 2,3 Millionen auf 22.000,cite-ref-30[30] Mitte 1991 auf 7000 und 1994 auf maximal 300,cite-ref-bt5377-31-0[31] 2003 auf ca. 150. Die etwa 7500 hauptamtlichen Mitarbeiter (1989) wurden bis Ende 1991 abgebautcite-ref-bt5377-31-1[31] und ihre Einrichtungen und Gliederungen abgewickelt. Die noch existierende FDJ wurde politisch bedeutungslos.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]
Nach der Wiedervereinigung wurde das VermĂśgen der FDJ unter die Verwaltung der Treuhandanstalt gestellt. Jugendclubs und Ferienanlagen wurden an andere Träger Ăźbergeben, geschlossen oder verkauft. Zusätzlich sollte die FDJ nach den gesetzlichen Vorgaben Steuern auf die Zinserträge des durch die Treuhand verwalteten VermĂśgens (ca. 300.000 DM) zahlen. SchlieĂlich wurde ein Vergleich geschlossen.
Versuche, in einer frĂźhen Phase der Entwicklung die FDJ neu zu grĂźnden, scheiterten aufgrund mangelnder Geschlossenheit der Verantwortlichen. Ein neues Logo mit FDJ in Kleinbuchstaben wurde zugunsten des ursprĂźnglichen Logos wieder aufgegeben.
Seit 1990 erkennen die PDS und ihre Nachfolger (Die Linkspartei.PDS, Die Linke) die FDJ nicht mehr als ihren Jugendverband an.
2023 veranstaltete die FDJ Aktionstage gemeinsam mit dem Arbeiterbund fĂźr den Wiederaufbau der KPD.cite-ref-34[34]
Vorsitzende
SBZ/DDR
⢠Erich Honecker (7. März 1946â27. Mai 1955)
⢠Karl Namokel (1955â1959)
⢠Horst Schumann (1959â1967)
⢠GĂźnther Jahn (1967â1974)
⢠Egon Krenz (1974â1983)
⢠Eberhard Aurich (1983â1989)
⢠Frank Tßrkowsky (November 1989-Januar 1990)
⢠Birgit SchrĂśder (Januar 1990âMärz 1991)
Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung
⢠Jens RĂźcker (1991â1995)cite-ref-35[35]
⢠Andrea Grimm (1995â2002)cite-ref-36[36]
⢠Ringo Ehlert (2002â?)cite-ref-37[37]
⢠Kattrin Kammrad (2018â2021)cite-ref-38[38]
Vorsitzende/Erste Sekretäre der FDJ-Bezirksleitungen
Orden
Die FDJ war Träger folgender Orden und Ehrenzeichen der DDR:
⢠Vaterländischer Verdienstorden in Gold am 15. Mai 1959
⢠Kampforden âFĂźr Verdienste um Volk und Vaterlandâ in Gold zum 25. Jahrestag ihrer GrĂźndung
⢠Banner der Arbeit I. Stufe am 5. Mai 1972
⢠Karl-Marx-Orden am 5. November 1973
Literatur
⢠Michael Herms: Hinter den Linien. Westarbeit der FDJ 1945â1956. Metropol, Berlin 2001, ISBN 3-932482-64-6 (= Die Freie Deutsche Jugend. Beiträge zur Geschichte einer Massenorganisation. Band 8, zugleich Dissertation an der Technischen Universität Berlin 1999).
⢠Dokumente zur Geschichte der Freien Deutschen Jugend. 4 Bände. Verlag Neues Leben, Berlin (Ost) 1960â1963.
⢠Ulrich Mählert: Die Freie Deutsche Jugend 1945â1949. Von den 'Antifaschistischen JugendausschĂźssen' zur SED-Massenorganisation. SchĂśningh, Paderborn 1995.
⢠Karl Heinz Jahnke: Die Entstehung der Freien Deutschen Jugend 1945/46. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Jg. 38, H. 1 (März 1996), S. 14â30.
⢠Ulrich Mählert, Gerd-Rßdiger Stephan: Blaue Hemden, Rote Fahnen. Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend. Leske + Budrich, Opladen 1996, ISBN 3-8100-1714-0.
Filme
⢠Unser Zeichen ist die Sonne. Siebenteilige Dokumentation von Rolf Schnabel, DDR 1984.cite-ref-39[39]
⢠Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend. Zweiteilige Dokumentation im Auftrag des NDR, 2008.
Weblinks
Commons
: Freie Deutsche Jugend
â Sammlung von Bildern
⢠Website der FDJ
⢠Schriften ßber die FDJ in der Staatsbibliothek Berlin
⢠Jugend nach dem Krieg Didaktische Materialien, Fotos, Videos, Dokumente und Zeitzeugen-Interviews zur Entwicklung der FDJ vom antifaschistischen Jugendkomitee zum treuen SED-Erfßllungsgehilfen auf jugendopposition.de (Bundeszentrale fßr politische Bildung / Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.)
⢠Die Verfassung der Freien Deutschen Jugend (nach den vom IV. Parlament der FDJ Pfingsten 1952 in Leipzig einstimmig angenommenen Abänderungen und Ergänzungen) (PDF-Datei; 83 kB)
⢠Statut der Freien Deutschen Jugend (beschlossen vom X. Parlament der Freien Deutschen Jugend 1976) (PDF-Datei; 110 kB)
⢠BT-Drs. 13/5377 Bericht der Unabhängigen Kommission zur ĂberprĂźfung des VermĂśgens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (Zweiter TeilabschluĂbericht) Ăźber das VermĂśgen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und Stellungnahme der Bundesregierung 1996.
⢠Henry Bernhard: Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend in England 1939 - 1946, Feature, Deutschlandfunk, 9. Dezember 2003
Einzelnachweise
cite-note-11. â Arno Gräf: Die Freie Deutsche Jugend in Schottland 1942 bis 1946, in: Jahrbuch fĂźr Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft I/2009.
cite-note-22. â Alfred Fleischhacker(Hrsg.): Das war unser Leben. Erinnerungen und Dokumente zur Geschichte der FDJ in GroĂbritannien 1939â1946. ISBN 3-355-01475-3, S. 8
cite-note-44. â Martin Broszat, Hermann Weber (Hrsg.): SBZ-Handbuch â Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre FĂźhrungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945â1949. Oldenbourg-Verlag, MĂźnchen. 2. Auflage 1993. ISBN 978-3-486-55262-1. Alfred Fleischhacker spricht 2008 in einem Interview von etwa 750 Mitgliedern, die die FDJ zwischen 1941 und 1945 in GroĂbritannien hatte. Von denen seien etwa 100 nach Kriegsende wieder nach Deutschland zurĂźckgekehrt. (Interview mit Alfred Fleischhacker)
cite-note-55. â Erich Loest: Parallelen zwischen Hitlerjugend und FDJ. In: Zeitzeugenportal. Abgerufen am 21. Mai 2023.
cite-note-66. â Erklärung der kirchlichen Vertreter zu den Verhandlungen Ăźber die Freie Deutsche Jugend vom 26. Februar 1946. In: Ulrich Mählert; Gerd-RĂźdiger Stephan: Blaue Hemden â Rote Fahnen. Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend. Opladen 1996, S. 33.
cite-note-77. â Vgl. Ellen Ueberschär: Junge Gemeinde im Konflikt. Evangelische Jugendarbeit in SBZ und DDR 1945â1961. Stuttgart 2003.
cite-note-88. â Vgl. Marc-Dietrich Ohse: âWir haben uns prächtig amĂźsiertâ â Die DDR, ein âStaat der Jugendâ? In: Thomas GroĂbĂślting (Hg.): Friedensstaat, Leseland, Sportnation? DDR-Legenden auf dem PrĂźfstand. Berlin 2009, S. 76.
cite-note-99. â Gabriel Berger: Mir langtâs, ich gehe. Der Lebensweg eines DDR-Atomphysikers von Anpassung zu Aufruhr. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-08408-2, S. 39.
cite-note-1010. â Wolfgang Netzker: Ideologisches Profil des FDJ-Aktivs (= Parlamentsstudie 1975, Teilbericht II.1.6). Zentralinstitut fĂźr Jugendforschung (ZIJ), Leipzig 1975, S. 4 (Digitalisat).
cite-note-1111. â ZDB: Interessengemeinschaftsbrief, hrsg. vom Zentralrat der Freien Deutschen Jugend, Abt. Kultur, 1954-.
cite-note-1212. â siehe z. B. Geschichte der Pfingstjugendtreffen (Memento des Originals vom 14. Juli 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/2011.pfingstjugendtreffen.de@2011.pfingstjugendtreffen.de
cite-note-1313. â siehe z. B. Jugendpolitische Veranstaltungen@bundesarchiv.de (Fotosammlung FDJ)
cite-note-1414. â siehe z. B. https://www.nd-archiv.de/ausgabe/1989-05-13
cite-note-1515. â Marc-Dietrich Ohse: Jugend nach dem Mauerbau. Anpassung, Protest und Eigensinn (DDR 1961â1974). Ch. Links, Berlin 2003, S. 31f.
cite-note-1616. â Anita Krätzner: Zwischen âStĂśrfreimachungâ und âKampfauftragâ. Zur Situation an den Universitäten der DDR im Jahr 1961 In: Benjamin SchrĂśder, Jochen Staadt (Hrsg.): Unter Hammer und Zirkel. Repression, Opposition und Widerstand an den Hochschulen der SBZ/DDR. Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin 16. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2011, S. 193.
cite-note-1717. â Frank Bartel schreibt: âAn allen Schwerpunkten des wirtschaftlichen Aufbaus und an allen MaĂnahmen zum Schutz der jungen Republik hat sich die in der FDJ organisierte Jugend der DDR hervorgetan. Daraus resultiert eine groĂe Anzahl an Auszeichnungen, von denen hier nur einige als Beispiel vorgestellt werden kĂśnnen.â In seiner Auswahl von 20 Ehrenzeichen finden sich auch solche, die nur einmalig vergeben wurden. Siehe: Frank Bartel: Auszeichnungen der Deutschen Demokratischen Republik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Aufnahmen von JĂźrgen Karpinski. Militärverlag der DDR, [Ost-]Berlin 1979, DNB 790397633, S. 92â95 (Tafeln), 188â190 (Beschreibungen).
cite-note-1818. â Gabriel Berger: Mir langtâs, ich gehe. Der Lebensweg eines DDR-Atomphysikers von Anpassung zu Aufruhr. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, S. 45.
cite-note-1919. â zitiert nach BVerfGE 1, 184.
cite-note-2020. â Bundesanzeiger Nr. 124 vom 30. Juni 1951.
cite-note-2121. â BVerwG, Urteil vom 16. Juli 1954 - I A 23/53, BVerwGE 1, 184, NJW 1954, 1947.
cite-note-2222. â Damaliger Wortlaut des § 129a StGB unter lexetius.com.
cite-note-tr-ndlefischer-2323. â Thomas Fischer (Hrsg.): Strafgesetzbuch und Nebengesetze. 50. Auflage. Beck, MĂźnchen 2001, ISBN 3-406-47121-8, § 86a, Rn. 3. (StGB-Kommentar von TrĂśndle/Fischer)
cite-note-2424. â Tragen von FDJ-Hemden bleibt straffrei. In: Märkische Allgemeine. 15. April 2014, abgerufen am 14. November 2018.
cite-note-2525. â Freispruch im Prozess um FDJ-Symbol. In: Sächsische Zeitung. 15. April 2014, abgerufen am 16. April 2014.
cite-note-2626. â Tino Zippel: Debatte um DDR-Symbole: Tragen von FDJ-Hemd formal strafbar. In: OstthĂźringer Zeitung. 25. Januar 2014, abgerufen am 16. April 2014 (Vorschau).
cite-note-2727. â Schule in der DDR â Folge 1 auf der Website der Bundeszentrale fĂźr politische Bildung vom 30. Oktober 2014, abgerufen am 8. März 2015.
cite-note-2828. â Ralf-Stephan Rabe: Die Jugendgruppe Neues Forum während der Wende 1989/90 in der Stadt Brandenburg (Havel). Historischer Verein Brandenburg (Havel) e. V., 2013 (Vortrag vom 19. April 2012, Manuskript online (PDF; 628 kB) als PDF, S. 8).
cite-note-2929. â Michael Richter: Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90 (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts. Bd. 38). Band 1, S. 1385f. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2009, ISBN 978-3-525-36914-2 (online in der Google-Buchvorschau).
cite-note-3030. â Zuviel Rotlicht macht braun, Der Spiegel 48/1990 vom 26. November 1990.
cite-note-bt5377-3131. â BT-Drs. 13/5377
cite-note-3232. â http://www.ddr-geschichte.de/Bildung/Schule/FDJ/fdj.html
cite-note-3333. â Sylvia Conradt: Blauhemden als Kampfreserve fĂźr die SED. In: deutschlandfunk.de. 7. März 2006, abgerufen am 17. Februar 2024.
cite-note-3434. â Verfassungsschutzbericht Bayern 2023, S. 277
cite-note-3535. â Versinken im Nichts. In: Der Spiegel. 15. September 1991, abgerufen am 24. Oktober 2021.
cite-note-3737. â Einst Kampfreserve - heute ÂťBriefkastenfirmaÂŤ. In: www.nd-aktuell.de. 4. November 2003, abgerufen am 24. Oktober 2021.
cite-note-3838. â Die FDJ-Wessis waren dann mal wieder da. In: www.t-online.de. 5. Oktober 2020, abgerufen am 24. Oktober 2021.
cite-note-3939. â DEFA-Stiftung: Biografie von Rolf Schnabel (Memento des Originals vom 15. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.defa-stiftung.de